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StreetUniverCity Berlin
Auf dem „dritten“ Bildungsweg zum „Master of StreetUniverCity“

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Bundeskanzler Köhler zu Besuch bei der StreetUniversity Berlin Mitten im bunten Kreuzberg, in der Naunynstraße 63, befindet sich eine Bildungseinrichtung der besonderen Art: die StreetUniverCity Berlin (SUB), die schon durch die Namensgebung ihren starken Bezug zur Straße und zur Stadt Berlin ausdrückt.
Was steckt dahinter?

Auf ihrer Homepage beschreibt die Einrichtung es so:

„Die StreetUniverCity Berlin e.V. (SUB) bietet außerschulische Bildung für Jugendliche von 15-25 Jahren. Als Förderer für die Akzeptanz der Straßenkultur initiieren und organisieren wir Seminare, Kurse und Workshops, sowie berufsbegleitende und berufsorientierende Weiterbildungsmaßnahmen. Unser Angebot umfasst Seminare aus den Bereichen Musik, Politik & Gesellschaft, Grafik/Design, Straßenkultur, Theater & Schauspiel, Film, IT Media, Bildende Kunst, Sport und Sprachen sowie internationale Jugendarbeit.“


Dies könnte sich in ähnlicher Form auch auf der Homepage einer öffentlichen, z.B. kommunalen Jugendbildungseinrichtung finden.

Worin liegt aber die Besonderheit?

Zunächst ist bemerkenswert, dass es sich bei der SUB um einen Verein handelt, dessen Mitbegründer und Initiator, der Künstler Gio Di Sera, seit Juni 2007 seine Idee verwirklicht hat, junge Menschen, auch wenn sie im staatlichen Bildungssystem gescheitert sind, nicht aufzugeben, sondern über ihre Kultur, die Straßenkultur auf eine Art dritten Bildungsweg zu einem Abschluss zu führen. Das bedeutet zunächst, die Straßenkultur der jungen Menschen, häufig solcher mit Migrationshintergrund ernst zu nehmen und zu akzeptieren. Dazu gehören Urban Dance/HipHop Geschichte ebenso wie Beat Boxing, aber auch Bildende Kunst, Theater und Modedesign.

Die Verantwortlichen der SUB haben aber von Anfang an großen Wert darauf gelegt, die Straßenkultur nicht losgelöst und isoliert zu betrachten und vertieft zu lehren, sondern daneben Gesellschaftskunde/Politik und Geschichte zu vermitteln und damit Zusammenhänge und Ursachen für gesellschaftliche Entwicklungen und Zustände zu ergründen.

Die SUB setzt bei ihren Dozenten dabei auf Vorbilder und „Respektspersonen“, die sie selbst als SUBporter bezeichnet. Es handelt sich z.B. um professionelle Medienarbeiter, Künstler und Sportler, aber auch um Unternehmer, die für die SUB im Wesentlichen ehrenamtlich tätig sind. Sie zeigen, wie es die SUB selbst ausdrückt, den Jugendlichen in ihrer Sprache und in ihren Codes neue Möglichkeiten auf und stärken so ihre Eigenverantwortung und ihr bürgerschaftliches Engagement.

Auch die StreetUniverCity kennt einen Abschluss: den Street Master.

Wer alle Pflicht-Lehrveranstaltungen im Semester erfolgreich besucht und die erforderliche Punktzahl erworben hat, erhält das Abschlusszertifikat „Master of StreetUniverCity“. Es belegt die erworbenen sozialen und kreativen Kompetenzen. Das Abschlusszertifikat wird von Förderern und Unternehmen (z.B. Daimler Financial Services), sowie Vertretern namhafter Institutionen beglaubigt. Es soll Bewerbungen beigelegt werden und den potentiellen Arbeitgeber/Ausbilder aussagekräftig über die Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen informieren. Die Zertifikate dienen als Kompetenznachweise und erhöhen damit die Berufschancen. „Wer den Street Master einfährt macht sich nicht nur auf der Straße sondern überall zum Überlebensmeister“, wie Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung es in einem Beitrag zum Konzept der SUB auf deren Homepage ausdrückt. Und er fügt hinzu: „Hier bekommen Arbeitgeber selbstbewusste junge Menschen, die an sich selbst gearbeitet haben, die rein wollen in die Gesellschaft und das Arbeitsleben und nicht abseits stehen“.

So nimmt es nicht Wunder, dass die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete SUB nicht nur in der Berliner Gesellschaft Aufmerksamkeit erregt hat. Bundespräsident Köhler stattete ihr am 16. 3.2009 einen Besuch ab und informierte sich vor Ort über ihre Arbeit.


Der Rotary-Club Berlin Alexanderplatz zählt zu den Förderern der SUB und hat verschiedene Anschaffungen, z.B. für das Tonstudio finanziert. Auch in der Vermittlung von Berufspraktika im Unternehmen des einen oder anderen Mitglieds gibt es weitere Betätigungsmöglichkeiten.

Pate im Club: Gerd Neubeck

                          

Für weitere Informationen: www.streetunivercity.de
Mittwoch, 21. September 2011/web627
Letzte Änderung: 22.09.11/web627


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