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„Gespräche am See“ mit vielen Gästen
UN-Expertin erläuterte die Lage im Sudan



Das Thema „Ausgerechnet Sudan“ hatte rund 80 Zuhörer in den Rokoko-Saal des Kreismuseums gelockt, die wiederum eine hochkarätige Ausgabe der Vortragsreihe „Gespräche am See“ miterleben konnten. Gastredner war Dr. Monika Midel, Mitglied des Rotary Clubs Khartoum / Sudan und langjährige Expertin in der Entwicklungshilfe mit vielen Einsätzen in Afrika und Asien.
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Im Sudan hat sie ihren bislang letzten Auslandseinsatz vor einigen Monaten abgeschlossen: Als stellvertretende Landesdirektorin des World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen war sie seit 2008 zuständig für das größte Projekt dieser Agentur: Elf Millionen Menschen müssen dort mit dem Notwendigsten versorgt werden, um den Tag zu überleben.
Midel zeichnete ein bedrückendes Bild des Sudan, der nach der Dafur-Krise zurzeit vor allem wegen der bevorstehenden Abspaltung des Südens von sich reden macht. Die Entstehung eines neuen Staates werde die Lage der Armen aber kaum bessern, so die Expertin. Zwei Drittel der 40 Millionen Einwohner leben in bitterer Armut. Den Reichtum des Landes, der sich in den Glitzerfassaden der Hauptstadt Khartoum spiegelt, gehe an der Bevölkerung außerhalb der Städte völlig vorbei.
Die promovierte Soziologin, die derzeit in Bonn unter dem Dach der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Netzwerk von 34 Ländern zur besseren Bekämpfung der Armut („Aid Effectiveness“) koordiniert, berichtete aber auch von den Bemühungen engagierter Bürger, die sozialen Verhältnisse zu verbessern. Sie selbst ist Mitglied im RC Khartoum, dem bereits 1938 gegründeten ältesten Club des Landes (von insgesamt zwei), der sich um die Finanzierung von Operationen des Grauen Stars insbesondere bei Kindern bemüht. Midel nannte eine Zahl von 300.000 Katarakt-Erblindeten im Sudan, deren Augenlicht bei relativ geringem Kosteneinsatz hätte gerettet werden können.
Abgesehen von einem spannenden Vortrag mit Diskussion sowie anschließendem Small Talk mit den Gästen aus anderen Serviceclubs wird der Abend voraussichtlich zu einem internationalen Hilfsprojekt führen: Die Clubs Khartoum und Ratzeburg haben inzwischen vereinbart, im neuen rotarischen Jahr ein Matching Grant zur Unterstützung des Katarakt-Projekts im Sudan auf den Weg zu bringen. Daran werden sich voraussichtlich auch der RC Herzogtum Lauenburg-Mölln sowie der Distrikt 1940 beteiligen.
Die immer im Frühjahr angesetzten „Gespräche am See“ nutzt der RC Ratzeburg-Alte Salzstraße als Gastgeber zur Kontaktpflege mit den anderen Serviceclubs im Kreis Herzogtum Lauenburg. Unter den namhaften Gastrednern waren zuletzt der Freizeitforscher Prof. Horst Opaschowski, der Gründer von Transparency International, Prof. Peter Eigen, und der ZDF-Wetterexperte Gunther Tiersch.
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Mittwoch, 9. März 2011/web680
Letzte Änderung: 17.08.11/web680
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